Ägypten: Erfolgreiche Geschäftsanbahnung für 16 VDMA-Mitglieder

VDMA

16 Mitgliedsunternehmen des Fachverbands Textilmaschinen präsentierten ihre Produkte und Leistungen im Rahmen der Geschäftsanbahnungsreise vom 25. bis 27. November 2018 in Ägypten. An der Präsentationsveranstaltung mit gezielten B2B-Gesprächen nahmen über 120 Besucher aus der Textilindustrie teil. In naher Zukunft sind überfällige Investitionen auch in staatliche Betriebe geplant, um diese wieder wettbewerbsfähig zu machen. Der VDMA wird im Interesse seiner Mitglieder am Ball bleiben und den Kontakt zu den zuständigen politischen Entscheidungsträgern suchen.

Die Notwendigkeit von Neuanschaffungen in den Staatsbetrieben ist auch von ägyptischer Seite erkannt. “Der Maschinenpark ist veraltet. Dies ist mit einem Mehrverbrauch an Energie, Wasser und Material verbunden, der jährlich zu erheblichen Verlusten führt“, sagte Eng. Mamdouh El Dieb, Head of Technical Sector, Cotton & Textile Industries Holding Company im Rahmen der Präsentationsveranstaltung vor 120 Besuchern. Außer in neuen Maschinen muss ebenfalls in die Aus- und Weiterbildung der (Fach-) Arbeiter und des Managements investiert werden.

In einer ersten Phase (Januar 2019 – Juni 2020) sollen in ca. 14 staatliche Textilbetriebe investiert werden. In der Zielmarktanalyse, die den Teilnehmern in Vorfeld zur Verfügung gestellt wurde, heißt es dazu:

„Die staatseigene „Cotton and Textile Industries Holding Company“ soll auch modernisiert werden, um den Mehrwert der ägyptischen Baumwolle und ihrer Produkte zu maximieren. Dafür unterzeichnete Ägypten einen Vertrag mit Werner International zur Umstrukturierung der staatlichen Textilunternehmen. Angefangen wurde bereits mit dem Entkörnungssektor: Bis 2020 soll die Baumwollverarbeitung in insgesamt elf Betrieben mit einem Investitionsvolumen von 2,3 Mrd. USD modernisiert werden. Projektträger ist bei diesem Vorhaben das indische Unternehmen „Bajaj Clothing“. Ende Dezember 2017 meldete Egypt Today, dass die Regierung außerdem Spinnereien und Webereien im Norden Ägyptens modernisieren will. Das Investitionsvolumen soll über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt eine Milliarde Euro betragen. Des Weiteren plant das Unternehmen, seine Kapazitäten zu reduzieren: Von 32 Unternehmen soll die „Holding Company“ auf elf Unternehmen schrumpfen. Das soll durch Fusionen der einzelnen Unternehmen entstehen. Beispielsweise sollen Misr Spinning & Weaving Co. mit El-Nasr in Mahalla fusionieren. Die

dadurch zur Verfügung stehenden Grundstücke und unbrauchbaren Maschinen sollen dann verkauft werden. Mit dem Geld plant das Unternehmen, die über 55-Jährigen in die Rente zu schicken und die jüngeren Mitarbeiter auszubilden. Somit soll die Arbeiterzahl von derzeit 65.000 halbiert werden.“

Die Delegationsteilnehmer besichtigten ebenfalls die drei folgenden Unternehmen:

Die Besuche der beiden letztgenannten Staatsunternehmen hatten eher Museumscharakter (die älteste Maschine von 1946, die „jüngsten“ überwiegend aus den 80’iger Jahren). Die Teilnehmer waren sich einig, dass der Zustand der ägyptischen Textilindustrie besser ist als der Besuch dieser drei Unternehmen vermuten lässt. In der Abschlussbesprechung vereinbarten die Teilnehmer einen Brief des VDMA an H. E. Hisham Tawfik, Minister of Public Business Sector, der den geplanten Termin mit der Delegation leider absagen musste. Ziel ist es, den Minister bei einer anderen Gelegenheit (ITMA, VDMA, Ägypten) zu treffen, mehr über die geplanten Investitionen und den Zeitplan zu erfahren und die VDMA-Mitglieder als potentielle Lieferanten und Kooperationspartner anzubieten.

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